Ausstellungen:

2005 Atelier East End, Delmenhorst

2006 Kunstverein Nordenham

2007 Steenfabrik Delfzijl/Niederlande

2008 Oldenburgische Landesbank, Oldenburg

2008 BBK-Galerie Oldenburg

2009 Galerie am Stall, Hude-Oldenburg

2011 Palais Rastede

2013 Landgalerie Dell’arte, Südarle

2013 Kunsthof Appingedam Niederlande

2014 Galerie Schönhof, Jade

Beteiligung an Ausstellungen:

2007 Bundespresseamt Bonn

2008 Bundespresseamt Berlin

2008 Kleinplastik in Norddeutschland, Hannover-Garbsen

2008 Skultpuren-Salon, Münster

2008 Top Secret, Kunsthalle Wilhelmshaven

2009 Galerie Noord, Groningen (NL)

2010 Boterhal, Hoorn (NL)

2011 Galerie id+Art Hamme, Belgien

2012 Schaufenster der Region, Kunsthalle Wilhelmshaven

2013 Skulpturengarten Funnix

2013 und 2014 Skulpturengarten Funnix, Wittmund

2015 Galerie Id+Art Hamme, Belgien – Reha-Zentrum Oldenburg – Stiftung Durmetuin Temse, Belgien – Hortus Botanicus Haren, NL

“Die Konzentration auf präzise Form- und Materialanalyse ist für Claus Wettermann Ausgangspunkt bei der Bearbeitung von Holz. Vielleicht ist diese Herangehensweise und der Umgang mit seinen Objekten auch nur die Fortführung wichtiger Eigenschaften seiners Berufes als Journalist auf anderer Ebene. Das genaue Hinsehen, die Recherche, das Analysieren des vorhandenen Materials sind sowohl für den Journalisten als auch für den Bildhauer die Grundlage, eine prozesshafte Gestalterzeugung in Form eines Textes oder einer Skulptur voranzubringen und letztendlich eine Arbeit vorzulegen, die hieb- und stichfest – und in unserem Fall standfest ist. Der Journalist Claus Wettermann ist ein Kopfmensch und das zeigt sich auch in seinen Objekten, zumindest was die Bezeichnung der Arbeiten angeht, denn diese sind einfach nur nummeriert. Die in ihrer Form archaisch anmutenden Holzobjekte wirken überzeugend ausgereift. Ohne die langjährige intensive Beschäftigung mit der Bildhauerei der Moderne wären seine Arbeiten nicht denkbar.

Mit minimalem gestalterischen Aufwand höchste Wirkung zu erzielen, dieser ewigen Utopie der Moderne haben sich viele Bildhauer des 20. Jahrunderts verpflichtet gefühlt. Ulrich Rückriem, Richard Serra oder Richard Artschwager sind Vertreter einer Richtung, die sich in den 60-er Jahren aus der Minimal-Art entwickelte, bei der Grundstrukturen wie Kubus und Kugel als Serienelemente in räumliche Kontexte gesetzt wurden. In der Post-Minimal-Kunst Ende der 60-er und Anfang der 70-er Jahre wurde die Stofflichkeit und Dinghaftigkeit der Objekte zum zentralen Thema, das heißt, der Umgang mit dem Material, die Ablesbarkeit des Arbeitsprozesses sollte für den Künstler erfahrbar und für den Betrachter sichtbar sein.

In dieser Tradition sind die Arbeiten von Claus Wettermann anzusiedeln. Ausgangsformat ist für ihn der Quader bzw. der Würfel in unterschiedlichen Größen, der mit der Kettensäge durch Schnitte und Brüche in neue Formen gebracht wird. So kann aus einem Eichenstamm auch mal ein höchst fragiles Gebilde entstehen, dass sich aus vier, fünf oder sechs übereinander versetzt liegenden Würfeln aufbaut.

Alle Objekte sind immer aus jeweils einem Werkstück bzw. Baumstamm gearbeitet. Nur ganz minimale Verbindungsreste zwischen den einzelnen Skulpturenteilen halten die Arbeiten zusammen. Es entstehen Brüche, Einblicke, geneigte Winkel und versetzte Ebenen, die Spannung erzeugen und die gewohnten Seherfahrungen des Betrachters außer Kraft setzen. Einigen Objekten sieht man an, dass der Künstler mit der Schwerkraft spielt. Und man fragt sich, wie kann die Skulptur stehen und die Balance halten, wenn das so kippelig scheint. Claus Wettermann sagt, dass jedes Holzmaterial einen eigenen Charakter hat, eine innere Struktur, die herauszufinden sein Anliegen ist. Dass man bei der Bearbeitung dieses Materials mehr überraschungen erleben kann als bei Stahl oder Stein, liegt auf der Hand.

Eine weitere Werkgruppe des Künstlers sind kegel- oder zylinderartige Objekte, bei denen er Schichtungen und Riffelungen mit der Kettensäge herausarbeitet. Durch die Maserung des Holzes – meist handelt es sich bei diesen Objekten um besonders hartes Holz von Obstbäumen – wirken die herausgearbeiteten Schichten fragil und fedrig. Die Bearbeitung des Holzes mit der Kettensäge erfordert höchste Konzentration seiten des Künstlers, denn die kleinste Unaufmerksamkeit kann die Struktur der fragilen Objekte zerstören.

Es ist erstaunlich, wie sich die Beschaffenheit des Materials verändert: aus dem unscheinbaren Stamm eines Apfelbaumes wird ein weiches, sinnliches Objekt, dass man anfassen möchte, um seine Struktur zu erforschen.”

Marianne Janssen M.A.
Oldenburg 2008 (aus der Einführungsrede zur Ausstellung in der Oldenburgischen Landesbank)

“Die schwarzfarbigen, geometrischen Holzobjekte von Claus Wettermann erhalten durch ihre dunklen Farbigkeiten sowohl zeichenhafte als auch intensiv wirkende Ausdrucksqualitäten. Sie sind nicht nur Objekte, die im Raum arrangiert wurden, sondern erfordern durch ihre Gestaltungsart weiteren Raum um sich herum.

Die meisten Objekte, denen entweder eine Quader-, eine Zylinder- oder eine Ellipsenform zu Grunde liegen, faszinieren durch ihre Möglichkeiten von Licht- und Schattenwirkungen und ihr Spiel mit unserer Wahrnehmung. Aber auch jene, die ihre materielle Herkunft von Weitem schon eher erahnen lassen, fesseln durch ihre Bearbeitung, die mit dünngradigen Erscheinungsformen den Härten und Massivitäten des jeweiligen Materials förmlich abgerungen sind.

Die Objekte Claus Wettermanns, betrachten Sie diese aus größerem Abstand, rufen eher Assoziationen an Objekte aus anorganischen Materialien wie Stein oder Metall hervor. Erst bei der Annäherung können Sie feststellen, dass er durchgängig Holz verwandte – heimisches Holz von Pappeln, Obstbäumen, Eschen, Linden, Kastanien und Eichen. Die Stammdurchmesser und die gewachsenen Strukturen des jeweiligen Stammabschnittes sind der vorgegebene Rahmen für seine Bearbeitung. Sämtliche Objekte wurden jeweils aus einem Holzstück gefertigt und kommen nach der genau kalkulierten Material- und Formbearbeitung ohne zusätzliche Stützen oder Befestigungen aus. Claus Wettermann […] analysiert das gelagerte Holz im Hinblick auf die angedachten Gestaltungsmöglichkeiten und bearbeitet es nach Anfertigung von kleinen Skizzen und Modellen aus plastischem Material.

Die größte Herausforderung besteht in der Bearbeitung des Materials und Ausbildung der Form. Mit Hilfe einer Kettensäge werden die Holzobjekte geformt. Das durch Boden- und Witterungseinflüsse teils unregelmäßig gewachsene Holz, welches auch nach seiner Formgebung noch in bestimmter Art sich verändern kann, verarbeitet Wettermann – von geometerischen Vorstellungen ausgehend – zu Kunstwerken. […] Durch das Einsetzen der dünnschichtigen, opalen Lasur lassen sich Holzmaserungen und die unterschiedlich matten Holzmaterialitäten wahrnehmen.

Die Objekte Claus Wettermanns sind nicht nur die Ergebnisse einer sehr intellektuellen Herangehensweise, sondern gleichermaßen Kunstwerke, die diejenigen, die diese Kunstart fasziniert, zu meditativen Betrachtungen einladen.”

Sibylle Neumann-Gäßler M.A.
Oldenburg 2008 (aus der Einführungsrede zur Ausstellung in der BBK-Galerie)